Vorgeschichte

Was so alles passieren kann, wenn man Politik gegen den Bürger macht.

Hauptmotiv für die Gründung der OWG war die Politik der beiden großen Parteien in Osterrönfeld in den Jahren vor 2003. Ihr Credo seinerzeit: Wachstum um jeden Preis. Durch einen Gebietstausch mit Rendsburg, bei dem die Gemeinde Osterrönfeld im Jahr 2000 unter anderem das NORLA-Messegelände und die Deula (einschließlich der Fläche der neuen Landwirtschaftsklammer) gegen Moorflächen eintauschte, erkaufte man sich seinerzeit von der Stadt die erforderliche Zustimmung zu den Wachstumsplänen.

In den Jahren 1995 bis 2003 hatte Osterrönfeld dann auch einen Bevölkerungszuwachs von satten 40% zu verzeichnen. Auch im Sachen Gewerbe sollte Osterrönfeld ein gigantisches Wachstum hinlegen. Nicht nur im Osten des Ortes wurde das bestehende Gewerbegebiet deutlich erweitert. Auch im Westen wurde trotz aller Warnungen zusammen mit der Stadt Rendsburg ein riesiges 80-ha-Gewerbegebiet geplant und die Flächen dafür angekauft. Quasi als krönender Abschluss sollte dann die bis dato ehrenamtlich verwaltete Gemeinde in Person des amtierenden SPD-Bürgermeisters eine hauptamtliche Führung bekommen.

Doch die Direktwahl verlief anders als geplant. Die Osterrönfelder wählten den SPD-Mann ab und bestimmten stattdessen den parteilosen Jörg Sibbel zum neuen hauptamtlichen Bürgermeister. An der Politik in der Gemeinde jedoch änderte das nichts. Die politischen Vorgaben machte der Gemeinderat. Und hier hatten die alten Mehrheiten Bestand.

Bereits 2001 zeigten sich die Folgen der Wachstumspolitik für die Gemeinde. Die durch den Bevölkerungszuwachs bedingten Folgekosten setzen dem Gemeindehaushalt mehr und mehr zu. Schließlich war die Osterrönfeld hoffnungslos überschuldet. Es mussten sogar Überbrückungskredite aufgenommen werden, um die laufenden Ausgaben bezahlen zu können. Ungeachtet dessen wollte man beim 80-ha-Gewerbegebiet in die Erschließung gehen. Per Kredit natürlich.

In Osterrönfeld liefen inzwischen die Menschen Sturm gegen die von den großen Parteien vertretende Politik. Und im März 2003 standen Kommunalwahlen an.