Ortsentwicklung & Verkehr

Müssen die Radfahrer im Sommer auf die Straße?

Die Verkehrssituation auf den Hauptachsen in Osterrönfeld ist alles andere als optimal. Selten ist es in der Dorfstraße so friedlich wie hier an einem Sonntag Morgen.

An normalen Wochentagen kommt es auf der engen Ortsdurchfahrt im Begegnungsverkehr größerer Fahrzeuge, wie Busse und Landmaschinen mit Maistransporten, des Öfteren zu brenzligen Situationen. Weiterhin sorgt die Baustelle im Kanaltunnel dafür, dass der  Verkehr auch noch zugenommen hat. Nun soll die bisher auf den Fußwegen der Hauptachsen Osterrönfelds geltende Benutzungspflicht für den Radverkehr ab Sommer diesen Jahres aufgehoben werden. Das heißt, dass die Radfahrer, die älter als zehn Jahre sind, die Fahrbahn benutzen müssen.

Tempo 30 Zonen durchgängig kennzeichnen!

Es wird ernst in Osterrönfeld!

Zum Sommer müssen in der Dorfstraße, Kieler Straße und Bahnhofstraße alle Radler auf die Straße. Die Benutzungspflicht für Radfahrer wird hier von der Verkehrsaufsicht des Kreises per Anordnung aufgehoben. Die Gemeinde muss in der Folge alle entsprechenden Schilder auf diesen Strecken entfernen, die bisher die Nutzung durch die Radfahrer geboten. Dadurch werden die Wege zu reinen Fußgängerwegen, auf denen dann nur noch die jüngsten Radler/Innen bis zum zehnten Lebensjahr fahren dürfen.

Anlass dieser Anordnung ist die Straßenverkehrsordnung (StVO), die alle Städte und Gemeinden zwingt, die Benutzungspflicht von Radwegen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls aufzuheben. Die Wege in den oben genannten Straßen sind sehr schmal, das ist jedem im Ort bekannt. Die Straßen an sich sind aber auch als Kreis- bzw. Landesstraße klassifiziert, hier ist die Verkehrsaufsicht des Kreises zuständig - die trifft nun die Anordnung, da diese Wege nicht den Anforderungen kombinierter Rad- und Fußwege genügen.

Forciert wurde diese Entwicklung durch Initiativen der SPD und Radverkehrs-verbänden zu Fahrradstraßen und Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt Osterrönfelds; bis hin zu einer Unterschriftensammlung. Dieses zwang nun auch die Verkehrsaufsicht zum Handeln und den noch schwebenden Zustand verkehrsrechtlich klar zu stellen. Es zeigt sich hier, dass hektischer Aktionismus um Aufmerksamkeit zu bekommen, nicht unbedingt die besten Ergebnisse zeitigt.

Die OWG ist klar gegen ein Tempo 30 in der gesamten Ortsdurchfahrt und auch gegen die Einrichtung von Fahrradstraßen. Es sollen verkehrlich klare und weitgehend einheitliche Verhältnisse in Osterrönfeld herrschen. Tempo 30 auf den Hauptachsen Osterrönfelds lassen die hierfür zuständigen Behörden auch nicht zu.

Jedem im Ort ist die schwierige Situation in Osterrönfeld bekannt, und man hat sich darauf eingestellt. An den neuralgischen Punkten ist eine bauliche Verbesserung zumeist nicht möglich. So muss mit anderen Maßnahmen versucht werden eine Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Das Wege- und Verkehrskonzept der Gemeinde (ergänzendes Verkerskonzept) zeigt hier verschiedene Möglichkeiten auf.

Es wird aber auch aktuell schon einiges getan. Bürgermeister Bernd Sienknecht dazu: „In der Kieler Straße in Höhe der Einmündung Mühlenweg ist ein Zebrastreifen eingerichtet worden und am Aukamp wird in diesem Frühjahr in Höhe des Viaduktes eine bauliche Verbesserung erfolgen, die den Schulweg sicherer macht. Dennoch ist immer noch die gegenseitige Rücksichtnahme das oberste Gebot im Straßenverkehr. Das Motto „Fair geht vor" sollte bei uns allen stets präsent sein!"